Die Finanzierungsentscheidung im Fokus der Optimierung

Die Finanzierungsbranche erlebte in den vergangen Jahren eine Flut an neuen Herausforderungen. Neben der sinkenden Nachfrage für Investitionsfinanzierungen und der schwierigen Situation am Refinanzierungsmarkt verschärft die Bundesregierung die aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Sowohl Maßnahmen zur Kostensenkung als auch die Suche nach neuen Ertragsmöglichkeiten stehen im Fokus. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Optimierung des Entscheidungsprozesses für Finanzierungen, die einen wesentlichen Anteil am Geschäft vieler Banken und Leasinggesellschaften haben.

Unabhängig davon, ob es ein einfaches Standardgeschäft oder eine komplexe Finanzierungsanfrage ist, zu Beginn steht der Kunde mit seinen Daten, die geprüft werden müssen. Die gelieferte Datenbasis ist häufig für eine Entscheidung nicht ausreichend. Es fehlen oft die Werte der hinterlegten Sicherheiten, die notwendigen Auskünfte, das aktuelle Rating sowie die genauen Werte des zu finanzierenden Objekts.

Maßgebend für die Abwicklung von Anfragen sind neben den Anforderungen von Basel II und MaRisk auch die unternehmenseigenen Bestimmungen zur Risikominimierung. Wichtiger Anhaltspunkt bei der Bewertung von Risiken ist der LGD (Loss Given Default), der die Verlustquote im Insolvenzfall darstellt. Dieser Parameter und seine Einflussfaktoren eignen sich zur Messung und gezielten Steuerung des Ausfallrisikos.

Nach der ersten Prüfung und dem Votum durch einen Markt-Mitarbeiter erfolgt die Bearbeitung durch die Marktfolge. Bei Bedarf stellt dieser Unternehmensbereich zusätzliche Bedingungen oder lehnt das Geschäft ab. Ist diese Hürde erfolgreich genommen, wird das Angebot an den Kunden übermittelt. Bei Annahme erfolgt die Übertragung der Geschäftsdaten in ein Bestandsführungssystem, in dem üblicherweise auch die Überwachung und Abwicklung der Finanzierung stattfindet. Das Bestandsführungssystem liefert eine Reihe wichtiger Informationen über die einzelnen Geschäfte und ggf. deren Störungen. Diese Informationen spielen insbesondere bei Anfragen von Unternehmen eine bedeutende Rolle, die in einem Verbund agieren.

Bei der Analyse von komplexen Verbundstrukturen für eine Finanzierung steigt das Fehlerrisiko deutlich an. Gründe dafür liegen in den äußerst komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen, die leicht zu fehlerhaften Bewertungen führen können. Es ist wichtig, alle beteiligten Verbundpartner einer Kreditnehmereinheit jeweils einzeln für die Kreditentscheidung korrekt zu bewerten (Engagement, Rating, Sicherheiten, Verbundsicherheiten etc.). Die Teilergebnisse sind wiederum zu einem validen Gesamtergebnis zu verdichten.

Mit Hilfe des Kreditentscheidungssystems KM3 erfolgen komplexe Finanzierungsentscheidungen Workflow-gestützt und wenn gewünscht auch voll automatisch. Geschäfte können so kostenoptimal abgewickelt werden. KM3 bildet den Kreditentscheidungsprozess von Markt bis Markfolge ab und kann abhängig von der Engagementstruktur und dem zu finanzierenden Objekt sowohl mit als auch ohne manuelle Eingriffe konsistent ablaufen.

 

Das System integriert sich nahtlos in die System- und Prozesslandschaft und ergänzt die bestehenden Systeme. Die bisher manuellen Prozesse werden automatisiert und standardisiert. Von der Datensammlung und -aufbereitung über die Prüfung (Vier-Augen-Prinzip) bis hin zur Entscheidung leistet KM3 alle notwendigen Schritte unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Das System ermittelt und bewertet selbstständig die Kreditnehmereinheit und bietet eine komplexe, mehrstufige Auflösung der Strukturen für eine korrekte Engagement- und Sicherheitenbewertung.

Eine manuelle Berechnung der Sicherheiten bei sehr komplexen Strukturen ist kaum noch möglich, insbesondere nicht in akzeptabler Zeit. Zu beachten ist, dass während der Sicherheiten-Berechnung neue Finanzierungen hinzukommen und unterdessen andere enden können. Das Risiko eines Berechnungsfehlers aufgrund der Komplexität ist hoch. KM3 leistet diese Berechnung zuverlässig und in Sekundenschnelle.

 
Flexible Vorgangssteuerung

Über das integrierte Regelwerk können verschiedene Prozesse hinterlegt werden, die abhängig von der zu genehmigenden Engagementhöhe und den Eigenschaften der Finanzierung zum Tragen kommen. Das Zusammenspiel von automatischen und manuellen Bearbeitungsschritten wird über das Regelwerk und ein umfassendes Rollen- und Rechtemanagement gesteuert. Jedem Mitarbeiter wird eine bestimmte Rolle zugeordnet, die z.B. Abteilungszugehörigkeit und genehmigte Kompetenzen verwaltet. Weist die Finanzierung Besonderheiten auf, z.B. ein im Ausland zu finanzierendes Objekt, werden weitere Kompetenzträger einbezogen. Die Gestaltung der Kompetenzen ergibt sich aus den rechtlichen Anforderungen und den unternehmenseigenen Vorgaben.

Entscheidende Unterstützung
Der automatisierte Prozess beginnt anhand festgelegter Regeln mit der Auswahl der anzuwendenden Ratingmethodik (Basel II-konform). Darauf aufbauend prüft das System, ob die notwendigen Voraussetzungen für ein segmentgerechtes Rating vorliegen. Fehlen Daten, holt KM3 diese automatisiert über Webschnittstellen ein (z. B. Creditreform-, SCHUFA- oder Bank-Auskünfte). Ebenso automatisch werden die aktuellen Objektsicherheiten und der Besicherungsgrad ermittelt. Zudem werden die hinterlegten Zusatzsicherheiten verwaltet und in den Entscheidungsprozess einbezogen.

Basis jeder Entscheidung ist ein differenziertes Regelwerk, das den Prozess nicht nur beschleunigt, sondern auch verbessert. Entscheidend für die Qualität einer Votierung sind die zugrundeliegenden Entscheidungsregeln und deren Umsetzung.

Die Qualität des Entscheidungsprozesses, die sich im Allgemeinen an der Ausfallquote misst, ist im Finanzierungsgeschäft maßgebend. Eine wesentliche Steuerungsgröße ist die Kennzahl LGD (Loss Given Default), die auch durch KM3 berechnet wird. Für den Finanzierer ist ebenfalls von Interesse, wie viele und welche Störungen, z.B. Zahlungsverzug, aufgetreten sind.

Je differenzierter das Reporting über die abgewickelten Geschäfte, desto besser können Entscheidungsregeln und damit der gesamte Kreditprozess an die Unternehmensziele angepasst werden. Mit Hilfe des eingebetteten Reportings des KM3 kann sich der Finanzierer seinen Zielen in den Bereichen Geschäftsvolumen, Margen und Risikograd iterativ annähern.

JBoss Middleware als stabiles Fundament 
Die verwendete Portal-Technologie integriert einzelne Portlets zu einer flexiblen Oberfläche, die sich an die Anforderungen anpasst. KM3 ist vollständig browserbasiert, ein lokal installierter Client auf den Mitarbeiter-Arbeitsplätzen ist dadurch nicht notwendig. Die Zentralisierung senkt die Administrations- und Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Desktop-Installationen.

Erfahrung und Qualität sind Grundlage des Erfolgs
Eine annähernd 20-jährige Erfahrung in der Softwareentwicklung sowie im Consulting für Banken und Leasinggesellschaften sind in die Konzeption von KM3 eingeflossen. Die konkrete Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit GEFA (SG Equipment Finance), dem führenden Spezialisten für die Absatz- und Investitionsfinanzierung mobiler Wirtschaftsgüter. KM3 wird bereits seit 2009 erfolgreich in der GEFA-Gruppe eingesetzt.

Was KM3 insbesondere von anderen Systemen oder der manuellen Bearbeitung abhebt, ist das differenzierte Regelwerk und die dadurch mögliche Automatisierung und Verbesserung der Entscheidungsergebnisse. Ein „fine tuning“ der unternehmenseigenen Regularien kann zeitnah umgesetzt werden. Das integrierte Regelwerk ist so flexibel gestaltet, dass es effizient an gesetzliche oder ablauftechnische Änderungen angepasst werden kann.

Zudem bietet KM3 auf der einen Seite die Sicherheit eines erfolgreich eingeführten Produkts und auf der anderen Seite die flexible Gestaltungsmöglichkeit einer individuellen Entwicklung.

Für die Benutzer des Systems entstehen mehr Flexibilität und Sicherheit bei der Bearbeitung von Anfragen. Es kann der jeweils erforderliche Grad an Automatisierung für eine nahtlose Integration in die Geschäftsprozesse realisiert werden.

Jedes KM3-Projekt beginnt mit einer Analyse der bestehenden Geschäftsprozesse und Entscheidungsrichtlinien. S&N leistet neben der Analyse und der Prozessberatung auch das Integrationsprojekt. Für die Betreuung Ihres Systems bietet S&N ein eigenes Support-Team, mit dem der individuell erforderliche Service Level abgebildet werden kann.

Ansprechpartner: Sarah Schwemin; Turn on Javascript!

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