Effizienzsteigerung & Kostensenkung bei komplexen Finanzierungs-Engagements

Das Jahr 2011 hält sowohl für Leasinggesellschaften als auch für Banken eine Vielzahl an Neuerungen bereit. Erweiterte Regulierungen greifen bereits seit Jahresbeginn und Basel lll wirft schon heute seine Schatten voraus. S&N sprach mit Sieghard Wolf, Leiter Kredit der GEFA Gesellschaft für Absatzfinanzierung mbH, der aufzeigt, wie neben dem Standardgeschäft auch komplexe Finanzierungs-Engagements deutlich effizienter gestaltet werden können. GEFA gehört zum international agierenden Konzern Société Générale und bietet in Deutschland als Teil des Geschäftsbereichs SG Equipment Finance umfangreiche Beratungs- und Serviceleistungen für Hersteller, Händler und Investoren an.

GEFA

S&N: Herr Wolf, warum bieten insbesondere komplexe Finanzierungs-Engagements ein großes Potenzial zur Effizienzsteigerung?

Sieghard Wolf: Komplexe Finanzierungs-Engagements zeichnen sich dadurch aus, dass der Kreditanalyst für eine zeitnahe Entscheidung eine große Menge an tagesaktuellen Daten sichten und bewerten muss. In der Vergangenheit war es oftmals so, dass gerade bei Finanzierungen in komplexen Kreditnehmereinheiten für den Analysten nicht alle Daten in elektronischer Form verfügbar waren und die notwendigen Informationen teilweise in aufwändiger Handarbeit zusammengetragen werden mussten. Mit dem Credit Approval System (CAS) haben wir dieses Problem gelöst. Alle Daten werden von CAS eingeholt, berechnet und elektronisch sowohl für den Bearbeiter als auch für die bestandsführenden Systeme zur Verfügung gestellt.

S&N: Sie stellen das Thema auch am 31.3. in Mainz auf dem Kongress „Effizientes Credit Processing“ von Marcus Evens vor. Welche Schwerpunkte werden Sie dort setzen?

Sieghard Wolf: Auf der Veranstaltung werde ich besonders auf die unterschiedlichen Anforderungen im Prozessablauf und der Automatisierung bei Finanzierungen unterschiedlicher Komplexität und Volumina eingehen. Denn diese Faktoren nehmen einen entscheidenden Einfluss auf das Design des Gesamtprozesses und den Automatisierungsgrad der durchzuführenden Schritte. Der Spagat zwischen einer qualitativ hochwertigen und dabei möglichst kostengünstigen Kreditentscheidung ist dabei die besondere Herausforderung.

S&N: Welche Erfahrungen konnte GEFA im Zuge des CAS-Projekts insbesondere im Bereich Effizienzsteigerung machen?

Sieghard Wolf: Insbesondere die weiter vorangetriebene Standardisierung und Automatisierung der Prozesse hat einen großen Beitrag zur Effizienzsteigerung geleistet. Dieser Ansatz in Verbindung mit einer präzise gesteuerten Unterstützung durch CAS führte sowohl zu einer Verringerung der Durchlauf- als auch der Entscheidungszeiten der Finanzierungsanfragen. Die notwendigen manuellen Nacharbeiten konnten auf ein Minimum gesenkt werden, Medienbrüche entstehen gar nicht mehr. Alle notwendigen Informationen sind in einem System verfügbar, dadurch wird den Mitarbeitern nicht nur die tägliche Arbeit deutlich erleichtert, sondern auch die System-Akzeptanz erhöht.

 S&N: Welche Auswirklungen haben diese Veränderungen auf die tägliche Arbeit mit dem Kunden?

Sieghard Wolf: Dem Kunden können wesentlich schneller Kreditentscheidungen mitgeteilt werden. Neben dem Zeitvorteil, ist der Vertrieb immer auf dem aktuellen Stand über die Situation des Kunden. Ein Kundengespräch kann durch den Vertriebsmitarbeiter daher besser vorbereitet und gesteuert werden.

S&N: Welche wesentlichen Schritte hat GEFA auf dem Weg zu geringeren Kosten durchgeführt?

Sieghard Wolf: Zunächst mussten alle Prozesse, auch die liebgewonnen, auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei haben wir sehr intensiv mit den externen Beratern von S&N zusammengararbeitet, um so einen unvoreingenommenen und wertfreien Blick auf die vorhandenen Verbesserungspotenziale zu bekommen. Dadurch konnten wir die Prozesse straffen und weiter standardisieren, dies führte zu einer deutlichen Senkung der Prozesskosten.

Vorstellung des Interviewpartners

Sieghard Wolf - GEFA
Gesellschaft für
Absatzfinanzierung mbH
Sieghard Wolf

Nach Banklehre und Studium begann 1983 die berufliche Entwicklung von Sieghard Wolf im Kreditsekretariat und anschließend in der Firmenkundenbetreuung der DG BANK. Es folgte 1989 der Eintritt in die Société Générale Deutschland, als Gruppenleiter Kredit, später Abteilungs- und Bereichsleiter, zuletzt als Direktor für mehrere Geschäftsbereiche zuständig. Mit Wechsel zur nunmehr konzerneigenen GEFA in 2001 folgte die Übernahme des Ressorts Risikomanagement und nach Abschluss des Basel II-Projekts die Leitung Kredit, zuvor unterbrochen durch einen zweijährige Tätigkeit in Paris im Headoffice der Société Générale Equipment Finance.