Innovationen werden durch Regulatoren gebremst

assentisDie Privatbanken stehen heute vor der Notwendigkeit sich in der Beratung und in der Vermögensverwaltung durch innovative Ansätze zu differenzieren. Knappe Budgets, und steigende Aufwände erschweren Privatbanken die Umsetzung regulatorischer Anforderungen.

S&N: Herr Tanner, mit welchen Projektthemen beschäftigen sich die Vermögensverwalter und Privatbanken aktuell?

Urs Tanner: Privatbanken investieren heute gegen 80 Prozent ihrer Projektbudgets um regulatorische Anforderungen umzusetzen. Die Agenda der Projekte wird stark durch die inländischen, aber auch durch die ausländischen Regulatoren bestimmt. Ein heißes Thema ist das neue Steuergesetz FATCA, sowie die BAFIN oder andere europäische Regulatoren, die dem Anleger mehr Schutz und Klarheit bringen sollen.

S&N: Mit Blick auf Deutschland, was sind hier die aktuellen Themen?

Urs Tanner: Deutschland hat ja bereits sehr früh das Thema Transparenz im Beratungsprozess adressiert. Nehmen wir das Beratungsprotokoll. Per 1.7.2011 hat die BAFIN eine neue Richtlinie für Produktinformationsblätter in Kraft gesetzt. Finanzberater sind seit diesem Datum verpflichtet, diese allgemeinen Informationsblätter zu individualisieren. Vor allem im Bereich von flexiblen Produkten stellt dies die Banken vor gewisse Herausforderungen.

S&N: Wenn wir mal von den regulatorischen Richtlinien absehen, welche Themen gehen die Privatbanken parallel an?

Urs Tanner: Discount Broker sind Vorreiter auf dem Gebiet den Anlegern gezielte Informationen und Beratungen über den Internetkanal anzubieten. Klassischen Privatbanken und Vermögensverwalter sind gefordert, ihren Mehrwert in schriftlicher Form zum Ausdruck zu bringen. Dies beginnt in der Kundengewinnung, wo eine Bank sich von den virtuellen Vertriebskanälen durch ein persönliches Gespräch abhebt und dieses im Anlagevorschlag dokumentiert. Die Kunden wollen verstehen was mit ihrem Vermögen passiert. Periodische Berichte verändern sich von einem reinen „Zahlenreporting“ zu einer individuell kommentierten Vermögensaufstellung.

S&N: Wie adressiert Assentis mit ihren DocFamily Produkten die von Ihnen beschriebenen Themen?

Urs Tanner: Unsere Produkte erlauben es Banken, Dokumente wie Anlagevorschläge, Formulare im Bereich Kundeneröffnung, Corporate Action Notifications, Anzeigen, Steuerdokumente oder periodische Clientreports hochgradig individualisiert zu generieren. Somit können Banken schneller auf neue regulatorische Anforderungen reagieren und diese umzusetzen. DocFamily ermöglicht es, Objekte vollständig im Fachbereich zu erstellen, die Schnittstellen zur IT Abteilung lässt sich so eliminieren und der Projektaufwand drastisch verringern.

S&N: Welches sind typische Kunden, die von den Vorteilen von DocFamily profitieren?

Urs Tanner: Wir haben Kunden mit weit weniger als 100 Mitarbeitern bis zu den bekannten Großbanken. Kleinere Privat- und Retailbanken nutzen unsere Lösung oft zusammen mit einem Corebanking System und verwenden unsere Technologie für die Erstellung aller Kundendokumente. Bei den Großbanken adressieren wir mit DocFamily oft verschiedene Themenbereiche, wie z.B: Client Reporting oder Client Onboarding.

Urs Tanner
Urs Tanner

Dieses Interview wurde geführt mit Urs Tanner, Assentis Technologies AG

Urs Tanner ist seit 2003 Vorsitzender des Vorstandes der Assentis Technologies AG. In dieser Funktion führte er Assentis vom Startup zu einem Unternehmen, welches mit seiner Lösung DocFamily Dokumente für mehr als 150 Firmen, davon mehr als 100 in der Bankindustrie, erstellt. S&N ist langjähriger Assentis System Partner und setzt DocFamily erfolgreich in vielen Projekten ein.

Ansprechpartner: Horst Merschjohann; Turn on Javascript!