CETIS Location Device Assignment

Peripheriegeräte dynamisch am mobilen Arbeitsplatz nutzen

Mobile, leistungsfähige PC-Systeme - hier allen voran Netbooks und Tablet-PCs - sind dabei, die Arbeitsorganisation in typischen Office-Infrastrukturen grundlegend zu verändern. Mit Nutzung solcher Geräte ist es nicht mehr zwingend erforderlich, dass ein Mitarbeiter seine IT-gestützten Tätigkeiten an einem festen Arbeitsplatz verrichtet. Sein mobiles Front-End zu allen Fachanwendungen gibt ihm dank drahtloser Vernetzung die Möglichkeit, sich frei im (Büro-)Raum zu bewegen, ohne dass es an der für seine Tätigkeit erforderlichen Systemunterstützung fehlt.

Diesen „Freiraum“ nutzen viele Unternehmen, um daraufhin sogar ihre Arbeitsorganisation umzugestalten. Am Beispiel der Filialorganisation von Banken lässt sich das sehr gut verdeutlichen. In früheren Zeiten war die räumliche Struktur einer Bank-filiale recht starr: Es gab Beratungsarbeitsplätze, oft in separaten Räumen, daneben gab es die Kassenzone für das Bargeld-Handling, natürlich mit der entsprechenden Sicherheitsausstattung. Nur dort wurde Bargeld gehandhabt und nur dort waren PC-Arbeits-plätze mit Kassenanwendungen installiert, um z.B. die automatischen Kassentresore (AKT) zu steuern.

CETISBereits seit einigen Jahren gestalten Banken ihre Filialen allerdings nach ganz anderen Gesichtspunkten. Ausgehend von einer sehr offenen Raumgestaltung wird der Kunde an so genannten Service-Points begrüßt und entsprechend der Themen, die er zu besprechen oder erledigen wünscht, von dem Mitarbeiter, der ihn empfangen hat, geleitet. Dabei sind Ortswechsel erforderlich: Zur Beratung in eine Diskretionszone oder ein Besprechungszimmer, zum Erledigen von Bargeldgeschäften wieder zur Kasse.

Der letzte noch fehlende Schritt ist nun, dass im Rahmen einer solchen „mobilen“ Kundenberatung es dem Mitarbeiter möglich ist, auf seinem mobilen PC, also seinem Tablet-PC, alle Anwendungen permanent zu nutzen, die zur Erledigung der Anliegen diese Kunden erforderlich sind. Seien es nun Beratungs-, Kontoführungs- oder Kassenanwendungen.

Dabei sind aktuell dieser Mobilität noch in einem Punkt enge Grenzen gesetzt: Die Nutzung von Peripheriegeräten. Es ist zur Erledigung der typischen Bankgeschäfte unabdingbar, gewisse spezielle Geräte am Arbeitsplatz nutzen zu können: Drucker zum Erstellen von Dokumenten, Kartenleser zum Einlesen von Daten, Unterschriften-Scanner zum Hinterlegen von Unterschriften und nicht zuletzt automatische Kassentresore für das Bargeld-Handling.

Dabei ergibt sich jedoch eine Schwierigkeit: Durch die oben skizzierte „mobile“ Form der Beratung ist nicht vorhersehbar, an welcher Stelle in einer Filiale und damit in der Nähe welcher Geräte sich Berater und Kunde gerade befinden, wenn ein bestimmter Vorgang abgewickelt werden soll. Klassische Gerätekonfigurationen und Schnittstellen sind eher auf eine direkte, statische Zuordnung oder einen direkten Anschluss eines Peripheriegerätes ausgerichtet.

Genau hier setzt „CETIS Location Device Assignment“ an. Damit wird ein dynamisches, standortabhängiges Zuordnungskonzept bereitgestellt, das jeweils für den aktuellen Standort eines mobilen Arbeitsplatzes die nächst gelegenen, verfügbaren Peripheriegeräte auffindet, zuordnet und für den Mobil-Arbeitsplatz verfügbar macht. Möglich wird das durch die Verknüpfung verschiedener Techniken und Produkte:

  • Kern des Konzepts ist die dynamische, netzwerkorientierte Ansteuerung von Peripheriegeräten mittels des „Web Device Controller“ Konzepts. Dieses Schnittstellenkonzept erlaubt es, Peripheriegeräte, auch solche speziellen wie die oben genannten, mittels Netzwerkverbindungen zu steuern und sie damit praktisch WLAN-fähig zu machen – eine Grundvoraussetzung für die Nutzung am mobilen Arbeitsplatz.
  • CETIS erweitert die WDC Geräteansteuerung nun um eine Routing-Komponente. Für jeden definierten Standort sind im CETIS Location Management Gerätekonfigurationen hinterlegt. Durch dynamische Zuordnung einer Gerätekonfiguration zu einem mobilen Gerät in Abhängigkeit vom aktuellen Standort wird nun erreicht, dass die jeweils „nahe gelegenen“ Geräte genutzt werden.
  • Die dritte Komponente ist die Ermittlung des genauen Standorts mit Hilfe einer App auf dem mobilen Gerät. Diese App „lernt“ alle in CETIS hinterlegten Locations und hat nun Möglichkeiten, das Mobilgerät einem Standort zuzuordnen, indem per Dialogauswahl der Bediener entscheidet, an welchem Standort er sich befindet, oder, weitaus eleganter, indem per NFC der nächst gelegene „Location ID Point“ erkannt und daraus ganz automatisch der Standort ermittelt wird. Als „Location ID Point“ können dazu z.B. die für WDC eingesetzten Device Controller dienen, aber auch technisch selbständige Location ID Points sind realisierbar. Voraussetzung ist selbstverständlich auch, dass das Mobilgerät NFC-fähig ist.

Durch die enge Verschmelzung der beiden Produkte „Web Device Controller“ und CETIS stellt S&N damit eine Infrastrukturlösung bereit, die einen wichtigen Beitrag in der Umgestaltung mobiler Arbeitswelten leisten kann. Erste Pilotprojekte im Bankenbereich sind in Arbeit, aber die Universalität des Konzepts fordert es nahezu, auch auf andere mobile Einsatzbereiche ausgeweitet zu werden.

Ansprechpartner: Thomas Vogel; Turn on Javascript!