Google for Business

Google wandelt sich immer mehr zum Technologie- und Infrastrukturanbieter. Auf der diesjährigen Entwicklermesse Google I/O waren die Dienstleistungen für Unternehmen ein wichtiger Schwerpunkt.

Zwei Themen haben wir uns für Sie genauer angesehen.

Cloud Plattform

In diesem Geschäftsfeld ist Google spät dran und tritt in Konkurrenz zu anderen Dienstleistern wie z.B. Amazon.

Die Vorteile der Cloud sind eingängig: die eigene IT muss für Lastspitzen ausgelegt werden, d.h. zusätzliche Hardware vorhalten, die kaum genutzt wird. Günstiger ist es, Rechenkapazität on demand einzukaufen.

Dass Google IT-Systeme zuverlässig betreiben kann, zeigen die Web-Suche und die Google Anwendungen. Google verfügt über riesige Rechenzentren, die rund um den Globus verteilt und auf Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Effizienz getrimmt sind.

Die App Engine machte den Anfang

Die App-Engine ist das erste Hosting Angebot von Google. Sie ist für den Betrieb von Java-Servlets und Python-Anwendungen.

Die Programmierung erfolgt gegen Highlevel APIs. Um Details wie Betriebssystem, Application-Server und Datenbank muss man sich nicht kümmern. Da Anwendungen an die APIs der App Engine angepasst werden müssen, ist der Weg zur App Engine bzw. davon weg schwierig. Allerdings macht Google es den Entwicklern leicht, für die App Engine zu entwickeln und die Administratoren können die Anwendungen über Dashboards überwachen.

Neue Angebote

Google baut sein Cloud-Angebot systematisch aus und hat auf der I/O 2012 neue Angebote vorgestellt. Neben dem Cloud Storage und der Big Query bietet Google mit der Compute Engine beliebig skalierbare Linux Instanzen.

Office as a Service

Google Apps TabellenkalkulationBüroanwendungen sind ein riesiger Markt, der fast vollständig von Microsoft abgedeckt wird. Und sie sind eine der letzten Bastionen reiner Desktop-Anwendungen.

Während sich das Cloud-Angebot nur in Details von dem des Mitbewerbs unterscheidet, verfolgt Google mit seinen Google Apps for Business einen radikal anderen Ansatz:

  1. Technisch: ausschließlich als Web Anwendung
  2. Betrieb: ausschließlich auf Google-Servern
  3. Geschäftsmodell: Abonnement für wenige EUR pro Benutzer und Monat

Dafür bekommt man: Mail, Kalender, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Intranet, Web Auftritt und viel Speicherplatz.

Vereinfachung der Infrastruktur

Für CIOs ist das Google Angebot verlockend, denn die IT-Infrastruktur wird übersichtlicher. Anwender benötigen einen Browser und eine Internetverbindung - keine Client Installation, keine Softwareverteilung, keinen Mail-Server, kein Backup.

Neue Art der Zusammenarbeit

Die gemeinsame Arbeit an Dokumenten verändert sich. Es gibt nur eine Instanz eines Dokumentes und Änderungen können von allen vorgenommen werden, die über Schreibrechte verfügen. Man kann z.B. am Telefon die letzten Korrekturen besprechen, gemeinsam die Anpassungen vornehmen und jeder sieht sofort das geänderte Dokument - ob im Büro am Desktop oder unterwegs auf dem Tablet oder Smartphone!

Skripting per Javascript

Google Apps sind Office Anwendungen fürs Web. Daher ist es folgerichtig, dass sie mit der Sprache fürs Web programmiert werden können: Javascript. Für Web Entwickler ist das optimal. Office Programmierer müssen sich umgewöhnen.

Die Skripting Möglichkeiten sind vielfältig. Man kann die Google Apps um Makros oder Funktionen für die Spreadsheets erweitern oder komplette Workflows abbilden.

Hemmnisse und Einschränkungen

Der Schritt zu den Google Apps ist nicht einfach.

Der Funktionsumfang ist zwar verblüffend, aber bei der Textverarbeitung vermisst man einige Funktionen oder Formatierungen. Es ist möglich, Office Dokumente nach Google Apps zu konvertieren, aber nicht originalgetreu. Makros müssen neu geschrieben werden. Zu unterschiedlich sind die Scripting-Umgebungen.

Die Google Apps sind ideal für Startups, um schnell eine funktionierende Arbeitsumgebung herzustellen. Denn Startups haben keine Dokumente, die migriert und keine Makros, die konvertiert werden müssen.

Ungeklärte Rechtsfragen

Viele Unternehmen scheuen sich, ihre Geschäftsdaten aus dem Haus zu geben. Und wenn, dann vielleicht nicht gerade zu Google. Zum anderen setzen Outsourcing-Strategien ebenso ein hohes Vertrauen in die Dienstleister voraus und verlagern Geschäftsdaten zu externen Unternehmen. Die entscheidenden Punkte sind also: Vertrauen, Datenschutz und Rechtssicherheit.

Google hat das Safe Harbour Abkommen unterschrieben und bietet seit kurzem Verträge, die im Einklang mit den Datenschutzanforderungen der EU stehen. Für personenbezogene Daten ist aber unklar, ob die strengen deutschen Datenschutzbestimmungen erfüllt werden.

 Fazit

Langfristig werden ganze IT-Infrastrukturen in die Cloud wandern und Office Anwendungen vom Desktop verschwinden und zu Browser Anwendungen werden. Noch reicht der Funktionsumfang für viele Anwendungsfälle nicht aus, doch das wird sich ändern.

Schon heute können Google Apps helfen, um Informationen bereitzustellen oder um Workflows mit externen Partnern zu realisieren. In Projekten bei denen intensiv zusammengearbeitet wird, haben die Google Apps klare Vorteile.

Die Migration auf die Google Apps ist ein wunder Punkt, insbesondere in Verbindung mit Makros. Hier muss Google nachlegen, wenn sie Großkunden überzeugen wollen.

Auch Microsoft hat erkannt, dass Büroanwendungen zukünftig übers Web bereitgestellt werden müssen und wird Google den Markt nicht kampflos überlassen. Kompatibilität ist ein wichtiger Faktor, mit dem es Microsoft gelingen kann, die Kunden von Office 365 zu überzeugen.

Falls wir bei Ihnen jetzt das Interesse geweckt haben, die Google Apps mal mit einem kleinen Projekt-Team auszuprobieren, dann setzen Sie sich doch einfach mit uns in Verbindung. Wir helfen Ihnen gern!

Ansprechpartner: Christian Vögtle; Turn on Javascript!