Die "Elektronische Kreditakte"

Das Projekt „Elektronische Kreditakte“ wurde von S&N für eine große deutsche Bank umgesetzt und mit dem Ziel ins Leben gerufen, die s.g. „Handakten“ – ein Hängeregister zu jedem Kunden – in den einzelnen Geschäftsbereichen der Bank abzuschaffen, durch eine elektronische Akte zu ersetzen und so eine Kreditentscheidung innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen. 

Vor Projektbeginn waren in jedem Bearbeitungsschritt papierhafte Unterlagen erforderlich. Zuerst wurden in der Filiale die Kreditunterlagen kopiert und in der Handakte abgelegt sowie eine Kopie in die Kreditsachbearbeitung gegeben. In der Kreditsachbearbeitung wurde eine Kopie für die eigene Handakte erstellt und eine weitere wurde für die papierhafte Aufbewahrung ins Archiv gesendet. Bei einigen Kreditentscheidungen muss auch ein Kredit-Risiko-Bereich seine Zustimmung geben, sodass auch dieser Bereich eine Kopie erhielt, und selber eine anfertigte.

Das Projekt „elektronische Kreditakte“ hat bereits in der ersten Phase in Bezug auf die Dokumentenablage, die digitale Revolution des Fachbereichs übergreifend eingeleitet. Die Dokumente aus der Filiale werden jetzt mit einem standardisierten Deckblatt versehen und an einen Scan-Dienstleister geschickt. Beim Scannen werden mittels OCR Verfahren die Deckblatt-Informationen ausgewertet und das eigentliche Dokument eingescannt. Anschließend werden die voll automatisch erfassten Informationen bereits in den digitalen Posteingangsbereich eingestellt. Das Original Dokument wird abhängig von einer Klassifizierung vernichtet, zurückgesendet oder in das Papierarchiv weitergeleitet – ohne eine einzige Kopie anzufertigen.

Im Posteingangsbereich wird das Dokument durch die Kreditsachbearbeitung bearbeitet und die mitgelieferten Informationen überprüft. Nach dieser manuellen Überprüfung wird das Dokument für die Archivierung freigeben und steht allen Fachbereichen zur Betrachtung über ein WebFrontend zur Verfügung. Gemeinsam können nun alle Fachbereiche die Dokumente betrachten und eine Kreditentscheidung treffen.

In der zweiten Projektphase wurde die elektronische Kreditakte an das Backend-System angebunden, welches die Informationen über die Engagement-Verbünde hält.

Diese Informationen werden miteinander verknüpft, sodass der Anwender beim Öffnen einer Kreditakte die Unterlagen der zugehörigen Verbundpartner erhält und schneller auf relevante Dokumente zugreifen kann.

Die dritte Phase des Projektes bestand darin, das Alt-Archiv zu migrieren. In einem aufwändigen ETL–Verfahren wurden mehrere Millionen Dokumente in verbesserter Qualität in nur wenigen Stunden in die elektronische Kreditakte integriert. Durch diese letzte Phase hat sich die Anwendung als das bestandsführende Dokumentenmanagementsystem bei diesem Kunden etabliert.

S&N war bei diesem Projekt von Anfang an in die Planung & Konzeption involviert und hat im Projektverlauf federführend die Entwicklung der einzelnen Komponenten durchgeführt. S&N ist für den stabilen Produktionsbetrieb und auch für die Weiterentwicklung verantwortlich.

Ansprechpartner: Stephan Watermeyer; Turn on Javascript!