SAP Solution Manager 7.1

Bislang wurden in der Praxis des Solution Managers 7.0 lediglich die erforderlichen Standard-Features wie Wartung, Upgrades, Incident Management, Change Request Management, Test Management oder System Monitoring genutzt.

SAP

Welche Möglichkeiten der Solution Manager darüber hinaus bietet, war den meisten Anwendern nicht bekannt. Auch das Ende 2008 herausgebrachte "Enhancement Package 1", das mit Verbesserungen der vorhandenen Funktionen sowie zusätzliche Features warb, änderte nicht viel.

Zum Teil waren diese neuen Features nicht ausgereift und wurden von Anwendern daher nur bedingt akzeptiert. So konnte z.B. das Quality Gate Management (mit dem sich Projekte und die dazugehörigen Transporte einfacher verwalten lassen sollten) nicht in das Change Request Management integriert werden. Der potenzielle Mehrwert ging damit verloren.

SAP Solution Manager 7.1 bringt deutlich mehr Funktionalität zur Unterstützung des Betriebs. Gleichzeitig steigt aber die Komplexität der Software deutlich. Während die alte Version 7.01 noch auf CRM 5.0 basierte, baut das neue Release auf CRM 7.0 auf. Und genau hier liegen die eingefügten Neuerungen und Erweiterungen, die mehr oder weniger Einfluss auf die Funktionen der verschiedenen WorkCenter haben.

Run it like a Factory

SAP Solution Manager

Mit dem SAP Solution Manager 7.1 erhalten die Anwender nicht nur diverse neue Funktionen wie z.B. System Monitoring/Alerting-Framework, ein neues Dashboard und eine neue Weboberfläche für Service Desk und Change Request Management. SAP hat auch die vorhandenen Funktionen überarbeitet. Diese sind nun brauchbar und werden durchgängig abgebildet. Aufgrund einer teils komplett neuen Software-Architektur müssen bereits eingerichtete Szenarien mittels Migrationspfad angepasst oder neu eingerichtet werden. Der Hauptfokus des SAP Solution Managers 7.1 gilt der integrativen Lösungsmethodik: Application Lifecycle Management (ALM) beschreibt die Unterstützung aller Phasen eines IT-Lebenszyklus und fördert die Harmonisierung sowie die Ausrichtung der technischen und betriebswirtschaftlichen Bereiche (Business & IT Alignment), die diese klar definierten Prozesse durchlaufen.

Darüber hinaus bietet SAP ein neues Monitoring, das über eine direkte Anbindung an SAP Business Intelligence verfügt. Weitere interessante Neuerungen sind:

Application Incident Management:

Das Applikation Incident Management ist in der neuen Version an die Anforderungen des ITIL-Standards angepasst und lässt sich nahtlos an das "Problem Management" anbinden.

Change Request Management:

Mit dem Change Request Management lassen sich in dem aktuellen Release des Solution Manager Änderungen über den gesamten Lebenszyklus verwalten und abwickeln.

Lösungsdokument-Assistent

Lösungsdokumentation-Assistent:

Mit Hilfe des Assistenten zur Lösungsdokumentation können Geschäftsprozessmodelle teilautomatisiert erstellt und verifiziert werden.

Integrierte IT-Services

Auch bei der Ausgestaltung der IT-Services hat sich einiges getan. So sind nun die Service-Prozesse durchgängig integriert - also etwa das Problem Management, das Knowledge Management oder das Service Level Management.

Im Gegensatz zur Vorgängerversion stellt der SAP Solution Manager 7.1 Standardschnittstellen zur Verfügung, über die sich Drittlösungen (Non-SAP-Lösungen) anbinden und verwalten lassen.

System Landscape Management – LMDB

Ab SAP Solution Manager 7.1 werden Daten von technischen Systemen nur noch in der LMDB bearbeitet und nicht mehr in SMSY. Ab 7.1 SP 5 werden auch Produktsystemdaten in der LMDB bearbeitet.

Die Landscape Management Database (LMDB) ist das zentrale Repository für Landschaftsinformationen. Die Kernaufgabe der LMDB ist die Bereitstellung der Informationen über die komplette Systemlandschaft an einem zentralen Ort. Diese Funktion bieten bereits die Systemlandschaft Solution Manager (SMSY) und das System Landscape Directory (SLD) mit unterschiedlichen Technologien für unterschiedliche Anwendungen an.

Ziel der LMDB ist die Vereinheitlichung von SLD und SMSY im SAP Solution Manager. Die LMDB wird dabei grundsätzlich soweit wie möglich automatisch mit Daten versorgt.

Das Anlegen und Bearbeiten von Informationen zu technischen Systemen sollte vermieden werden. Im Gegensatz dazu müssen jedoch Informationen zur logischen Landschaft manuell angelegt werden, weil diese Informationen nicht von den technischen Systemen und dem SLD bereitgestellt werden können.

Der Großteil der Systeminformationen in der LMDB wird per Synchronisation mit einem System Landscape Directory (SLD) in der Systemlandschaft bereitgestellt, mit der kontinuierlich die von den in den technischen Systemen installierten SLD-Data-Supplier gesendeten Daten gesammelt werden. Kleinere Datenmengen in der LMDB werden manuell angelegt oder direkt von Data Supplier wie Outside Discovery bereitgestellt.

Was erwartet uns mit Solution Manager 7.1?

  • Monitoring PI 7.3 – Der Einsatz des SolMans 7.1 ist notwendig
  • Es gibt keinen direkten Upgrade-Pfad von 7.01 auf 7.1. Dies geschieht auf zwei Ebenen (technisches Upgrade und anwendungsspezifisch, je nach kundenbezogenem Customizing)
  • Die Entwicklung der Solution Manager System Landscape (SMSY) und der System Landscape Directory (SLD) zur neuen Komponente Landscape Management Data Base (LMDB)
  • Die Vorteile des neuen Monitoringkonzepts (Robots und Agenten, die zentral über den SolMan verwaltet und verteilt werden)
  • Den hohen Standardisierungslevel des HelpDesk. Dieser kommt bereits mit einer großen Bandbreite an Möglichkeiten der Configuration, so dass der kundenbezogene Anteil des Customizing reduziert werden kann.
  • Die Einführung von kleinen Funktionen, die die täglichen, routinemäßigen Tätigkeiten des Systemadministrators erleichtern sollen
  • Die Konsolidierung des Diagnostics als Standardkomponente, die im Rahmen der Konfiguration (SOLMAN_SETUP) eingeführt wird

Für die meisten der o.g. Funktionen werden im Rahmen der Konfiguration (Systemvorbereitung, Basis Konfiguration) die Weichen gestellt. Auch ist der korrekte Abschluss dieser Konfiguration zwingend notwendig, um einen funktionsfähigen Solution Manager zu erhalten.

Requirements

SAP Solution Manager Release Planning

Vor dem Umstieg auf den Solution Manager 7.1 gilt es zu klären, ob dieser per Upgrade möglich oder eine komplette Neuinstallation notwendig ist. Das hängt vor allem davon ab, wie komplex das bestehende System ist und welche Services und Funktionen bereits im Einsatz sind. In beiden Fällen sollte in einer Roadmap die angestrebte Solution-Manager-Architektur abgebildet werden, die die Anforderungen priorisiert und die prozessualen Abhängigkeiten sowie Auswirkungen berücksichtigt.

Alle *neueren* 64 Bit Betriebssysteme wurden bereits von SAP freigegeben. Lediglich Windows 2012/x64 mit Kernel  7.20_EXT/7.21_EXT / ORACLE, sowie AIX 6.1 mit Kernel 7.20_EXT/7.21_EXT/ SYBASE ASE werden derzeit noch nicht unterstützt. Die Hardware Anforderungen variieren je nach OS und Datenbank.

Vor- und Nachteile

+ Die einzelnen Module des Solution Manager sind besser miteinander integriert;
+ zusätzliche Features erweitern das Application Management;
+ Nicht-SAP-Lösungen werden nun ebenfalls unterstützt;
+ Orientierung an ITIL-Standards erlaubt Einsatz für das gesamte Service Management;
- ausführliche technische Dokumentationen fehlen teilweise;
- unterschiedliche User Interfaces gehen auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit.

Fazit:

Bislang macht der SAP Solution Manager 7.1. in Summe einen guten Eindruck. Für einen Überblick zu den einzelnen Funktionen steht mehr Material bereit, als das bei der Vorgängerversion der Fall war.

Allerdings fehlen teilweise ausführliche technische Dokumentationen, die es den Anwendern erleichtern, das Potenzial des Tools richtig auszuschöpfen. Mit unseren Erfahrungen stehen wir Ihnen bei der Auswahl der Möglichkeiten und der erfolgreichen, technischen Umsetzung zur Seite.

Anwender haben es beim SAP Solution Manager 7.1 mit zwei Benutzeroberflächen zu tun. So stellt SAP für die Abwicklung einiger Serviceprozesse das CRM 7.0 WebUI bereit. Vor allem eher technische Funktionen wie zum Beispiel das Test Management oder die Projektverwaltung werden aber nach wie vor über Work Center abgebildet. Eine einheitliche Oberfläche wäre hier im Sinne der Benutzerfreundlichkeit der bessere Weg.

Um auch weiterhin in vollem Umfang von den Möglichkeiten der Anwendungsverwaltung SAP Solution Manager zu profitieren, so wie die Vielzahl an neuen Funktionen nutzen zu können sollten Unternehmen recht bald auf die Version 7.1 umsteigen.

SAP Solution Manager 7.0 EHP1 Mainstream- Wartung Ende 31.12.2013

Aufgrund einer teils komplett neuen Software-Architektur müssen bereits eingerichtete Szenarien mittels Migrationspfad angepasst oder neu eingerichtet werden. Gerne begleiten wir Sie bei der Analyse zu ihrem Upgrade oder der Neuinstallation Ihres Solution Managers 7.1.

Sprechen Sie uns an, wir freuen uns auf Ihre Fragen.

Ansprechpartner: Michaela Schuster Turn on Javascript!