Elektronische Bilanzabgabe

Elektronische BilanzabgabeIn Deutschland gibt es etwa zwei Millionen Unternehmen, die mindestens einmal jährlich eine Bilanz aufstellen. Im Rahmen der Kreditvergabe sind Banken nach dem KWG (Gesetz über das Kreditwesen) ab einer bestimmten Kredithöhe verpflichtet, diese Bilanzen zu analysieren und zu bewerten. Die Kreditvergabe hängt somit wesentlich davon ab, welches Bild der Vermögenssituation eine Bank aus der Bilanz des Kunden gewinnt.

Bilanzerfassung heute

Banken nutzen für diesen Prozess Bilanzerfassungs- und Analysesysteme, wie etwa das Produkt BARS der S&N AG. Die Geschäftsberichte des Kunden werden dabei in einem manuellen Prozess von hochqualifizierten Analysten erfasst und in eine einheitliche, strukturierte Form gebracht. Dieser Prozess hat – so wie alle anderen manuellen Prozesse - eine Vielzahl von Nachteilen. Neben den hohen Kosten, die alleine aufgrund der erforderlichen Erfassungszeit anfallen, sind manuelle Prozesse sehr fehleranfällig. Da ein großer Teil der Bilanzen in einem kurzen Zeitraum des Jahres bei Banken eingereicht wird, kommt es in der Auswertung mitunter zu langen Wartezeiten, die eine schnelle Kreditentscheidung verhindern.

So ist es wenig verwunderlich, dass die Finanzindustrie seit Jahrzehnten versucht, den Prozess der Bilanzerfassung zu automatisieren. Im Jahr 2014 ist man diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.

Bilanzerfassung in Zukunft

Mit § 5b des Einkommensteuergesetz (EStG, Elektronische Übermittlung von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen) hat der Gesetzgeber geregelt, dass Steuerbilanzen seit dem Geschäftsjahr 2014, bis auf sehr wenige Ausnahmen, ausschließlich in elektronischer Form und im sogenannten XBRL-Format an die Steuerbehörden übermittelt werden. Hiervon profitieren derzeit allerdings nur die Finanzbehörden, da die Banken in diesen Prozess nicht involviert sind. Fast alle Unternehmen sind somit seit dem letzten Jahr in der Lage, ihre Steuerbilanz in elektronischer Form zu erzeugen und zur Verfügung zu stellen.

Auf nach ELBA

Dieser vollkommen neuen Ausgangssituation widmet sich das branchenübergreifende Kooperationsprojekt ELBA (Elektronische BilanzAbgabe). Das Ziel von ELBA ist es, den im EStG geschriebenen Prozess auf die Handelsbilanz auszuweiten und einen mit der Steuerbilanz vergleichbaren Prozess im Rahmen der Kreditvergabe zu etablieren und möglichst flächendeckend einzuführen.

Mit der Einführung der elektronischen Steuerbilanz hat sich die Situation grundlegend geändert. Die Investition der Unternehmen, in die Erstellung und Weitergabe elektronischer Jahresabschlüsse ist im Jahr 2014 erfolgt. Heute existiert eine technische Basis sowie ein geeignetes Datenformat, auf dem man aufsetzen kann.

Jedoch sind noch einige Hürden zu nehmen, bevor auch Banken die Vorteile der elektronischen Bilanz nutzen können. Die wichtigsten Baustellen sind hier: Informationsbedarf der Banken, Haftung, Datenqualität, Sicherheit und Akzeptanz.

Eine Überwindung dieser Hürden ist für eine einzelne Bank fast ausgeschlossen. Im letzten Jahr hat sich daher, angeführt durch Mitarbeiter der Hypo Vereinsbank / Unicredit, eine umfangreiche Allianz unter dem Namen ELBA gebildet. S&N gehört zu den Gründungsmitgliedern von ELBA und arbeitet aktiv mit .ELBA versucht, alle in den Prozess involvierten Teilnehmer abzuholen und von der Mitarbeit an einer gemeinsamen Lösung zu überzeugen.

Ansprechpartner: Claus Hoffmann; Turn on Javascript!